Die besten Sitze in der Luft zu den Reiseinfos

  Wo sitze ich am besten und komfortabelsten ? Wie vermeide ich Genickstarre beim Film ? Wo finde ich aktuelle Zeitungen ? Wo sind Familien mit Kindern am besten aufgehoben ?

Spätestens wenn man im Flugzeug sitzt weiß man das man so ziemlich den ungünstigsten Platz erwischt hat den man nur haben kann. Das ist keine Schande denn etwa 90% aller Reisenden geht es so. Wir sagen Ihnen wie zu den  besten Sitzen kommen.

Vorab sei gesagt das es die berühmte eierlegende Wollmichsau im Flugzeug nicht gibt. Das heißt es können nicht alle Wünsche befriedigt werden. Dafür ist der Flieger zu klein.

Bei Kurz und Mittelstreckenflügen ist das auch gar nicht so schlimm, denn schließlich sind 2-4 Stunden Flug nur ein Bruchteil dessen was der Urlaub noch zu bieten hat. Auf Langstreckenflügfen kann es dann schon eher nerven wenn man eingeklemmt zwischen den Sitzen hängt, die Beine mangels Platz einschlafen und der Monitor mit dem ablenkenden Film so weit weg ist das man sich das Fernglas aus dem Koffer beamen möchte.

Bei Langstreckenflügen sollte man sich überlegen ob man nicht den Aufpreis für die First- oder Businessclass zahlen sollte und dann wenigstens bequem sitzt und Service genießt.

Die Rentabilität eines Flugzeugs ergibt aus den möglich zu transportierenden  Passagieren und dem Selbstkostenpreis pro Sitzplatz plus den festen Kosten für Maschine und Personal. Daher wird versucht möglichst viele Plätze bereitzustellen. Das geht natürlich auf Kosten des Platzes und dem Service.

Business Class und First Class bieten mehr Platz und Service daher kosten sie auch mehr.

Zu erwähnen sei hier noch das die LTU ab Herbst 1998 die First Comfort Class anbietet. Hier soll durch erheblich mehr Beinfreiheit und besonderen Service das Fliegen angenehmer gestaltet werden.
Der Wermutstropfen ist allerdings der Preis. Ab 1000.- läßt sich dieser Service hinzubuchen.

Die meisten Ferienflieger besitzen jedoch nur eine Klasse und die feinen Unterschiede bestehen in der Anzahl der Sitzreihen und damit dem Abstand zum Sitznachbarn.

Wer bekommt die besten Plätze?
Die ungünstigsten Plätze haben Raucher im hinteren Teil der Kabine. Die letzten Plätze vor der Trennwand lassen sich nämlich nicht verstellen. Schlafen ist damit nur noch für solche möglich die sich vorher mit genügend Alkohol, der auch nicht immer kostenlos an Bord verteilt wird, oder Schlaftabletten versorgt haben. Dann ist allerdings ein böses Erwachen mit Rückenschmerzen zu befürchten.
Die hintersten Plätze sind zudem die unruhigsten. Der Schwerpunkt des Fliegers ist am weitesten entfernt und das Seitenleitwerk gibt die Schwingungen direkt wieder.
Auf Charterflügen gilt weiterhin: je weiter hinten desto verrauchter. Im Gegensatz zu Linienflügen bieten Charterflüge meist noch Raucherzonen an die dann hinten im Flieger liegen. Meist sind diese nicht durch einen Vorhang getrennt, so das die Reihen vor den Raucherzonen ebenfalls zur Raucherzone gezählt werden können. Allerdings sitzen dort die Nichtraucher die den Dunst mitinhalieren.

Ganz unten in der Beliebtheitskala steht die Mitte der großen Maschinen wie Boeing 747 oder Airbus A310, A330. Dort tobt dann dann der Kampf um die Armlehnen. Glück hat dort nur wer einen Platz am Gang erwischt. Sonst ist der Weg zum WC nur über den Sitznachbarn möglich.

Ungünstig ist auch der Patz vor dem Notausgang da dieser ebenfalls meist nicht verstellbar ist.

Günstig ist es am Notausgang zu sitzen, Dort hat man mehr Beinfreiheit und meist einen zusätzlichen Tisch. Es gibt meist keinen Vordermann dessen Rückenlehne stört.da dessen Lehne nicht verstellbar ist.

Diese Plätze haben jedoch den Nachteil das sie nahe der Bordküche und den Toiletten sind. Daher ist Unruhe und Gerüche angesagt. Man sitzt direkt auf der Tragfläche und hat daher nur eingeschränkten Ausblick aus dem Fensterplatz. Allerdings ist man als erster bei der Verpflegung und bei dem Duty Free Verkauf dabei. Die hinteren Sitze bekommen beim Verkauf meist nur das übriggebliebene mit.

Wer sich an den ausgeteilten Zeitschriften laben möchte ist im vorderen Teil der Kabine besser aufgehoben, da dort die Zeitschriften liegen.

Kinofans sitzen in der Mitte einer Sektion am besten da dort der Abstand zum Monitor am günstigsten ist.

Familien mit Kindern sind am besten hinter der Bordküche und den Toiletten im Mittelgang aufgehoben, da hier nicht nur erheblich mehr Beinfreiheit besteht, sondern auch meistens eine Babytrage in der Rückwand angebracht ist.
 
Manchmal wird dieser Platz auch für Gehbehinderte und Krankentragen reserviert. Zumeist denkt das Bodenpersonal allerdings nicht daran und vergibt diese Plätze genauso wie alle anderen.

Der Ausweg aus dem Dilemma

Die Buchung von First oder Business Class
Der sicherste Weg die besten Plätze zu bekommen und dazu noch den besten Service ist die Buchung von Business- oder First-Class. Zumeist ist das jedoch nur bei Linienflügen möglich. Jedoch bieten auch einige Charterflieger diesen Service an. Condor hat ihn schon länger und LTU bietet seit Herbst 98 seine First Comfort Class an um entspannt den Urlaub zu beginnen.

Bei den Leistungen übertreffen sich Airlines selbst. Je nach Fluglinie wartet der Service bei dem Mehrpreis mit den folgenden Leistungen auf:
1.   Flughafentransfer von Ihrem Wohnort aus.
2.  Übergepäckrate inklusive
3.  Eigener Schalter zum Einchecken am Flughafen
4.  Eigene Lounge für die Wartezeit auf den Flieger
5.  Kostenlose Getränke in den Lounges
6.  Ohne Wartezeit von den Lounges in den Flieger
7.  Mehr Beinfreiheit (meist über 1m)
8.  Breitere Sitze (meist Leder)
9.  Liegesitze (fast waagerechte Lage ohne Störung des Nachbarn)
10.Getränke an Bord kostenlos
11.exklusive mehrgänige Menüs mit Auswahlmöglichkeit
12.Auswahl von individuellen Videoprogrammen.
13.eigenes Bordpersonal für wenige Plätze
14.Kosmetiksets für das "Frisch machen" auf lagen Flügen
15.edle Zusatzgeschenke
16. usw.

Das dieser Spaß mit einen Aufpreis ab etwa 700.- zu bezahlen ist versteht sich dann von selbst.

Die Sitzplatzreservierung durch Ihr Reisebüro
Günstiger als die First oder Businessclass ist die Reservierung des gewünschten Sitzplatzes durch Ihr Reisebüro. Einige Fluglinien Bieten diesen Service kostenlos an, meist wird jedoch eine Kostenpauschale erhoben. Andere Fluglinien bieten diesen Service gar nicht.

Am günstigsten sind die Linienflieger. Dort bezahlt man entweder gar nichts oder nur einen kleinen Betrag.

Charterflieger wie Condor, Hapag Lloyd oder Aero Lloyd nehmen dafür etwa 30.-. LTU bietet diesen Service für einmalig etwa 50.- pro Jahr  nur Besitzern der LTU-Card an. Meist ausgenommen von diesen kosten sind behinderte und Begleitpersonen, sowie Familien mit Kindern und manchmal auch besonders große Menschen. Bei langen Reisen ist es doch überlegenswert ob man diesen Betrag zugunsten einer etwas bequemeren Reise nicht anlegen will.

Rechtzeitig am Check-In
Die letzte und kostengünstigste Art sicher einen guten Platz zu bekommen ist frühzeitig am Check-In Schalter zu sein. Doch Vorsicht! Auch andere kennen die Tricks. Daher sollte man zu den ersten in der Schlange sein und hoffen das die vor einem stehen nur zufällig vorher dort sind..
Dann wird Ihr Wunschplatz - sofern er noch nicht besetzt oder reserviert ist - kostenfrei  vergeben.

Plätzetausch in der Maschine
Manchmal ergibt sich in wenigbesetzten Maschinen die Möglichkeit die Plätze gegen freie Sitzplätze in günstigerer Lage zu tauschen. Sprechen Sie aber bitte vorher mit dem Flugpersonal. Eine einseitig besetzte Maschine kann etwa vergleichbar einem Schiff Schlagseite bekommen, was dann den Piloten erhebliche Schwierigkeiten bei der Steuerung bereiten kann. Wer schon einmal sein Auto im Kofferaum überladen hat der kann ein Lied davon singen.
Manchmal läßr sich auch der eine oder andere Mitflieger zu einem Plätzetausch überreden. Allerdings ist dann zumeist ein finanzieller Anreiz nötig. Bei Preisen von 20.- pro Sitzplatz wird so mancher schwach. Immerhin ist es billiger als eine Sitzplatzreservierung wenn dieser sie nicht schon bezahlt hat.
Bitte warten Sie mit dem Plätzetausch bis alle die Maschine bestiegen haben und Ihre Sitzplätze besetzt haben. So ersparen Sie sich Ärger mit dem Bordpersonal und helfen unnötige Staus und Verspätungen zu vermeiden.

Schlußwort
Die wirklich besten Plätze gibt es nur gegen Bares. Es ist zu empfehlen sich bei Langstreckenflügen über den Aufpreis von First- oder Businessclass-Tarifen  zu informieren..
Bei der Mittelstrecke lohnt sich die Reservierung von Sitzplätzen. Ansonsten kann man auch auf die frühzeitige Check-In Methode zurückgreifen. Im Notfall ist zweistündiges zusammenkauern auch noch ertragbar.
Letztlich noch ein selbsterlebtes Horrorscenario zum Flug nach Kuredo, Malediven.  Abflug in Frankfurt und verspätete Zugverbindung mit mehrfachem ungeplanten Umsteigen. Flug mit Charter im Raucherabteil.. Letzte Reihe, Mittelgang links. Vordermann dauernd Sitz in Liegeposition (Beschwerde zwecklos, da Bekannter). Nach  Ankunft weiter Transfer mit kleinem Speedboot. (ca.4 Stunden). 90% der Reisenden war seekrank und  leerte den Magen an der Reling. Danach 2 Tage um zu regenerieren und anfangen den Urlaub zu genießen.
Der ganze Streß hätte vermieden werden können indem ich sofort eine komfortablere Klasse gewählt oder vorreserviert hätte. Der weitere Transfer hätte dort auch gegen Aufpreis von ca. 150.- mit Wasserflugzeug oder Helikopter  geschehen können.
 

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