Another Day in Paradise
Kandooma Island Resort
Nach 9 1/2 Stunden Flug haben wir es geschafft. Wir sind wieder im Anflug auf die Republik der Malediven. Der Anflug der 767 auf die Flughafeninsel Hulule ist immer wieder ein Schauspiel. Sobald wir unsere Reiseflughöhe verlassen sehen wir kleine Inseln, die sich wie Tupfer aus dem Blau des Ozeans erheben. Das Flugzeug dreht noch die eine oder andere Schleife und verliert rapide an Höhe bevor es auf dem nur 3 Km langen,künstlich verlängerten, Eiland aufsetzt. Jetzt noch schnell durch den Zoll und dann zur Insel. Aber leider arbeiten die Maledivischen Beamten noch immer nicht schneller als beim letzten Besuch und so dauert es dennoch fast eine Stunde bis alle bürokratischen Hürden genommen sind und wir endlich unser Gepäck auf einem Boot abladen können. Zur Verteidigung sei aber gesagt das wir mitten im Ramadan anreisen und der gläubige Moslem seit 5 Stunden nichts essen oder trinken darf. Das kann schon an die Substanz gehen. Vielleicht ist es gerade der letzte Umstand, der die Staatsbediensteten mit erstaunlicher Präzision auch die bestversteckte Flasche Alkohol finden läßt. Es entgeht ihnen weder Wurst noch Schnaps. Wir warten also auf unsere "Nachzügler" und können endlich zu "unserer" Insel aufbrechen.
Nach nur 35 Min. Fahrt mit dem Speedboot kommt "unsere" Insel in Sicht.
Kandooma Tourist Resort,
hier werden wir die nächsten 2 Wochen verbringen.
Schnell ist unsere kleine Gruppe eingecheckt und wir beziehen unsere Zimmer. Die Zimmer
sind freundlich eingerichtet, verfügen über Klimaanlage und Deckenventilator, sowie
einer kleinen Terrasse und Meerblick. Alles ist sauber und gepflegt. Es gibt zwar mal
wieder kein warmes Wasser, aber bei den hiesigen Temperaturen läßt sich das kaltduschen
bestimmt ertragen. Das Spülwasser in der Toilette sieht aus als wenn es schon mehrfach
recycled wurde. Wie sich später herausstellt ist dem auch so.
Beim abendlichen Welcome-Drink werden uns die "Spielregeln" der Insel erkärt
und die Tauchbasis gibt Ihr Stelldichein. Uns werden die üblichen Ausflüge zu
unbewohnten Inseln und Einheimischeninseln angeboten. Anschließend testen wir das
Abendessen. Nach der Zuweisung eines Tisches an den wir die nächsten 2 Wochen essen
sollen stellen wir fest das die Portionen doch eher mickrig sind und man den Kellnern beim
Servieren die Schuhe besohlen kann. Uns bleibt aber der Trost das es 2 mal wöchentlich
mittags und abends Buffet gibt. Nach dem besagten "3-Gänge-Menü" wird uns
erklärt das wir am nächsten Tag nun doch noch einmal an einen anderen Tisch umziehen
müßten. Es sollte nicht das letzte Mal sein.
Am nächsten Tag checken wir auf der Tauchbasis
ein. Weitere Überraschungen sind nun angesagt. Man erklärt uns das die Basis einen hohen
Sicherheitsstandard hat und wir daher erst mal einen Checkdive machen müssen sowie beim
Auftauchen immer eine Strömungsboje setzen sollen. Bei all dem Sicherheitsgefasel werden
aber weder die Brevets, noch die Logbücher kontrolliert. Die letzte
Tauchtauglichkeitsuntersuchung interessiert hier auch keinen. Statt dessen werden wir mit
den Tauchpreisen ausgiebig geschockt.
Ein Tauchgang kostet ohne Ausrüstung 48US$. Hinzu kommt eine Pauschale von 4 US$ für das
Boot. Es gibt kein Hausriff, daher sind alle Tauchgänge Bootstauchgänge. Die Tauchgänge
werden unterschieden in Easy und Advanced Gruppen. Es stehen 2-3 Tauchdhonis zur
Verfügung die bei Bedarf mit bis zu 30 Tauchern belegt werden. Es ist also Enge angesagt.
Die Strömungsbojen werden Gratis verteilt. Schön das es auch mal was umsonst gibt.
Immerhin hat uns dieser Tauchgang dann auch schon 100,- gekostet. Es klappt alles
reibungslos und wir bekommen am Anfang direkt einen Weißspitzen-Riffhai zu sehen, der
sich aber direkt verkrümelt als fast gleichzeitig 16 Anhänger sintergefilterter
Preßluft sein Revier befallen. Der Tauchplatz (Lionfish Reef) gibt zwar nicht viel her,
aber läßt uns ein paar Einblicke in die aktuelle Situation der Korallenbleiche sammeln.
Der Check verläuft etwa in der Mitte des Tauchganges und wir sehen im weiteren Verlauf
noch etliches Getier. Darunter einen riesigen Zacki und eine Schildkröte.
Die Korallen sind bis zu einer Tiefe von 15m schwer geschädigt. Man sollte sagen es
gleicht einem Trümmerfeld, wenn nicht überall neuer Bewuchs zu erkennen wäre. Ich hatte
mir das noch schlimmer vorgestellt. Die max. Tauchtiefe lag hier bei 15m. Wie es darunter
aussieht werden wir in den nächsten Tagen erfahren.
Zurück an der Basis sollen wir uns für den nächsten Tag eintragen. Die Angabe des Tauchplatzes erfahren wir aber erst bei Abfahrt. Bei einem Preis von 100.- pro Tauchgang entscheiden wir uns für Abwarten. Uns wird gesagt das aufgrund der unsicheren Witterungsverhältnissen keine Angaben zum Tauchplatz möglich sind. Wir können daher auch keine Angaben zu unserem weiteren Tauchverhalten machen.
Also lassen wir uns von der Sonne verwöhnen und genießen
das warme Wasser der Lagune. 
Für 20 US$ läßt sich ein Jetski (Wassermotorrad) mieten. Der Spaß ist grenzenlos. Das
muß unbedingt wiederholt werden. Am besten täglich. Im Inneren der Lagune herrscht eine
Strömung wie in einem Wildwasserkanal. Es macht riesigen Spaß sich von einem Ende zum
anderen treiben zu lassen. Der etwas grobe Korallensand ist am besten mit Badeschuhen zu
betreten. In der Lagune tummelt sich auch etwas Getier wie Muränen, kleine Drücker und
Seegurken, aber aufgrund des Sandgrundes ist das Schnorcheln hier nur bedingt zu
empfehlen. Besser dagegen ist die Süd-Ost-Seite der Insel. Hier findet man in der Nähe
der Korallenblöcke mehr Fisch.
Wir beschließen uns trotz eindringlicher Warnungen in
schriftlicher Form an der Rezeption (keine Haftung seitens des Hotels oder der
Veranstalter) die Nachbarinsel Guraidhoo zu besuchen.
Dazu
müssen wir über ein Riffdach das die beiden Inseln voneinander trennt. Das
Riffdach liegt bei Ebbe etwa 20cm unter Wasser und es besteht ein Trampelpfad zwischen den
etwa 200m entfernten Inseln. Durch das ständig einschlagende Wasser sind hier ohnehin nur
noch Trümmer von Korallen zu entdecken, so das durch unseren Fußmarsch auf dem schmalen
Weg keinerlei Schädigung zu befürchten ist. Auf der anderen Seite angekommen werden wir
von den Maledivern herzlich begrüßt und man zeigt uns die kleine Insel. Die Leute sind
sehr freundlich und wir enddecken einige Seitenstraßen weiter einen kleinen Souvenirladen
wo wir uns direkt mit allem eindecken was man als Tourist so braucht. Unser Inselführer
ist inzwischen verschwunden. Wir setzen unseren Weg nach dem Kaufrausch weiter fort, wobei
wir immer öfter Gäste unseres Hotels treffen. Plötzlich stehen wir inmitten einer
Einkaufsstraße mit Shops und Bars. Die Preise liegen hier etwa 50% unter den Hotelpreisen
und mit etwas handeln ist der Preis nochmals um 50% reduziert. T-Sirts bekommt man je nach
Qualität zwischen 2-8 US$, Zigaretten für 8 US$ und die typischen geschnitzten
Maledivenfische für 4-12 US$ je nach Größe. Die Hotelpreise liegen teilweise beim
10-fachen. Leider befindet sich auf der Insel keine Tauchbasis. Es wäre auch zu schön
gewesen.
Wir beschließen uns am nächsten Morgen mal wieder für einen Tauchgang einzutragen und tatsächlich ist man auf der Basis kooperativ und sagt uns wo es hingeht. Wir entscheiden uns dann für einen Tauchgang bei Guraidhoo Süd. Das Riff ist bekannt für Stömung, Haie und Mantas. Man zeigt uns die Riffkarte und gibt plötzlich bereitwillig Auskunft jedoch nicht ohne darauf hinzuweisen das wir uns demnächst am Vortag eintragen sollen. Machen wir auch, wenn wir Auskunft über die geplanten Tauchplätze bekommen. Sollte wirklich das Wetter nicht mitspielen werden wir die Guides auch nicht aufhängen. Aber etwas Planung wäre schon nicht schlecht.
Dieser Tauchgang sollte dann aber das absolute Fiasko werden. Nach ca.15 Min. Bootsfahrt kamen wir an unserem vermeintlichen Tauchplatz an. Im Briefing wurde uns erklärt das wir sofort zum Grund auf etwa 20m abtauchen und uns dann von der Strömung treiben lassen sollen. Als die letzten von Bord sprangen waren die ersten bereits weggeweht. Ein vorheriger Strömungscheck wurde unterlassen. Der Grund lag in unerreichbarer Tiefe und nach nur 9 Min war der Tauchgang beendet. Das Boot welches uns abholen sollte war nicht mehr in Sichtweite. Ein zufällig vorbeifahrendes Fischerboot alarmierte dann irgendwie unser Tauchboot, welches uns nach 30 Min. umhertreiben in den Wellen aufnahm. Die letzten Taucher wurden dann nach ca. 50 Min. gefunden und an Bord genommen. Mit einem Restdruck von 120 Bar in den Tanks wurde der Tauchgang an anderer Stelle fortgesetzt. Die Strömung war zwar nicht geringer, aber diesmal parallel zum Riff gerichtet. Für einige Taucher kam diese Erkenntnis zu spät. Entweder hatten sie ihren Tank bereits leergeatmet oder waren durch das Geschaukel in den Wellen und der Kraftanstrengung so krank oder geschafft das sie den Tauchgang nicht mehr nutzen konnten.
Ein weiterer Tauchgang brachte uns nach Losfushi Corner. Es herrschte die übliche Strömung und man sauste am Riff vorbei. Viel zu sehen gab es nicht. Im Briefing wurde uns gesagt das wir auf einer Tiefe von ca. 12m einen Kanal finden den wir unter keinen Umständen verpassen sollten. Vorbeigetaucht sind allerdings die beiden Guides unseres Bootes. Also wieder zurück gegen die Strömung und rein in den Kanal. Hier bekamen nun einige endlich mal wieder einen in der Strömung stehenden Hai zu sehen der die vorbeirauschende Horde anscheinend genauso bestaunte wie wir ihn. Eine leichte Tiefenströmung zog uns später nach unten und das war das Zeichen zum auftauchen. Das Boot stand nach dem aufblasen der Bojen sogar an der richtigen Stelle.
Aus dem geplanten Neujahrstauchen
wurde dann auch nichts, da die Basenleitung es vorzog die ganze Nacht durchzufeiern und
selbst die Nachmittagstauchgänge gestrichen hat. Kommentar der Basis: "Wir möchten
nicht das jemand mit Restalkohohol tauchen geht." Das traf wohl eher auf die Guides
zu als auf die Gäste, denn wer hat schon Lust nach einer durchgezechten Nacht noch 48 US$
für einen Tauchgang auszugeben?
Interessant aber war ein Tauchgang am Kandooma Corner. Nach dem üblichen nicht durchgeführten Strömungscheck ging es von Bord. Eine Monsterströmung zog uns längs der Riffkante bis zu einem Plateau in ca. 30m Tiefe. Im Strömungsschatten von ein paar Überhängen ließen sich 4 Weißspitzen Riffhaie und ein riesiger Napoleon aus ca. 3m Entfernung stillstehend im Blau beobachten. Wir ließen uns nach ein paar Minuten weitertreiben und wurden später vom Riff weggetrieben. Ein Ankämpfen gegen die Strömung hatte keinen Sinn. Somit beschlossen wir aufzutauchen was durch eine leichte Tiefenströmung etwas erschwert wurde. Nach dem Auftauchen nahm uns unser Boot direkt in Empfang und wir bemerkten das wir in der kurzen Zeit schon an Kandooma vorbeigesaust waren. Das entspricht ca. 2km Driftdive.
Neuer Tag neuer Tauchgang. Diesmal etwa 35 Min.
entfernt am Wrack der MS Azietta, auch bekannt als Kuda Giri Wrack. Der Tauchgang wurde
als Easy einstuft. Unser Dhoni wurde an einem Pfahl direkt am Hausriff festgemacht. Da
bereits 2 Boote vor Ort lagen fielen uns direkt Vergleiche zu Ägypten ein. Es herrschte
keine Strömung am teilweise schön bewachsenen Wrack. In den Laderäumen standen
Schwärme von Glasfischen und unter den Aufstiegen verbargen sich Oktopusse. Eine Muräne
beschaute sich das merkwürdige Treiben der Taucherhorde
Das Hausriff von Kuda Giri ist schön bewachsen und glänzt durch Überhänge unter denen
sich viele Barsche und Papageienfische verstecken. Ein toller Anblick ist auch das etwa 4m
unter Wasser liegende Riffdach. Durch die Überhänge diffundiert die abgeatmete Luft aus
tausenden von kleinen Löchern aus dem Riffdach. Ein schöner Tauchgang.
Der zweite TG des Tages fand am Cocoa Corner statt. Es herrschte wieder Monster Strömung. Fast ohne Flossenschlag flogen wir am Riff vorbei. Es gab wieder alles zu sehen was zu bieten war. Haie, Schildkröten, Napoleon, usw. Auf dem etwa 40 Min. dauernden Tauchgang legten wir wieder ein beachtliches Stück Weg zurück und wären schon fast wieder auf Kandooma rausgekommen wenn die Strömung nicht kurz vorher wegdrehen würde. Dieser Tauchgang zählte zu den besten unserer Reise.
Den letzten TG sollten wir am Außenriff von Cocoa machen. Nach dem Abstieg, zusammen mit PADI OWD Schülern sahen wir auf der empfohlenen Tiefe von ca.15m ... nicht viel. Zudem trampelten die Tauchschüler dauernd auf unseren Köpfen rum. Die Gruppe war auf allen Tiefen von 3-15m verteilt. Wir beschlossen daher etwas tiefer zu gehen und uns zurückfallen zu lassen. Bei 30m angekommen waren noch immer nur überwiedgend tote Korallen zu sehen. Also runter und den Grenzbereich checken. Ab 40m war vom Korallensterben fast nichts mehr zu sehen. Bei einer für die Malediven nicht akzeptablen Tauchtiefe beschlossen wir innerhalb der Nullzeit wieder aufzusteigen. Nicht jedoch ohne zuvor noch einmal Bilder von intakten Korallen zu machen. Bei 25m trafen wir die Truppe wieder. Der Rest wurde flach dahinter ausgetaucht und auf dem Riffdach sahen wir noch einige Schildkröten. Nicht umsonst wird dieser Tauchplatz Turtle-Highway genannt. Unter einer abgestorbenen Tischkoralle fanden wir einige Großdorn-Eichhornfische sowie einen Leoparden-Drückerfisch. Für die anschließende streichelzahme Schildkröte blieb nur noch ein letztes Foto auf dem Film übrig. Also tauchten wir aus und warteten mal wieder auf unser Boot, welches uns dann auch nach 10Min., nicht ohne zuerst an uns vorbeizufahren, aufnahm.
Wir beschlossen damit unseren letzten Tauchgang. Viel mehr konnte
uns die Tauchbasis auch nicht mehr bieten. Eine Ausfahrt zur Maldive Victory blieb uns
leider wegen des hohen Seegang, der starken Strömung, der langen Anfahrt, des Starken
Windes und des Bartes des Basenleiters verwehrt. Beim Auschecken auf der Basis erfuhren
wir dann noch das wir den Tauchgang am Guraidhoo Süd voll bezahlen sollten. Einige
Taucher des Bootes auf diesem Tauchgang mußten ihn nachweislich nicht bezahlen. O-Ton der
Basis: "Davon weiß ich nichts. Wer den Tauchgang unterschreibt zahlt auch."
Fazit:
Die Insel hat einen guten Standard, von dem man aber nicht zuviel erwarten sollte. Die
Preise für Getränke halten sich im üblichen Maledivenrahmen. Ein Softdrink kostet 1,50
US$, Bier 2,40 US$, Snacks zwischen 3 und 15 US$ . Billig einkaufen kann man auf der
Nachbarinsel Guraidhoo. Der Shop der Insel Kandooma hat ca. den 3-12fachen Preis der
Nachbarinsel Guraidhoo. 15 Min. Jetski kosten 20 US$. Das Inselpersonal ist freundlich,
aber nicht allzu schnell. Trotz hohem Personalaufwandes sind 30 Min. Wartezeit auf Bier
und Snacks durchaus im üblichen Rahmen. Die große Lagune bietet viel Möglichkeit zum
Schwimmen und Wassersport. Duch die Inselgröße verteilen sich die ca. 200 Gäste ganz
gut über das Eiland und höchstens beim Buffet kann es schon mal zu Gedränge kommen.
Die meisten Klagen waren über den Service und die Preise zu hören. Jedoch liegt beides
im Maledivenniveau dieser Inselkathegorie.
Wer mehr verlangt sollte besser auf eine 3-4 Sterne Insel wechseln und den höheren
Einstiegspreis in Betracht ziehen.
Besonderes Lob jedoch verdient unser Reiseleiter Basil Fernando von der Touristik Gruppe LTU. Er blieb auch bei den banalsten Beschwerden immer ruhiig, war stets freundlich und verhandelte bei Unstimmigkeiten stets zur vollsten Zufriedenheit mit dem Hotelpersonal und dem Management.
Der Aquanaut Tauchbasis können wir leider in ihrer Gesamtheit kein
so gutes Urteil aussprechen. Einige Tauchguides sind schlicht unmotiviert und man hatte
den Eindruck das sie hier mehr Urlaub machen als ihren Job. Die Tauchbasis wird mit einer
solchen Lässigkeit geführt das man glaubt man befindet sich in einem schlecht
organisierten Tauchverein und nicht auf einer Tauchbasis. Beim Einchecken wurde weder das
Brevet noch das Logbuch oder das Tauchtauglichkeitszeugnis kontrolliert.
Die Organisation war teilweise chaotisch. Wenn man sich als Team für einen Tauchgang
eingetragen hat konnte es passieren das man anschließend auseinandergerissen wird und auf
unterschiedliche Boote verteilt wurde. Strömungschecks fanden nur selten statt. Die hohen
Preise ließen viel erwarten, jedoch wenig Erwartung in Erfüllung gehen. Reklamationen
wurden von der Basenleitung zuerst mal gar nicht angenommen mit der Begründung
"Davon weiß ich nichts."
Eine Basis ohne direkte Konkurrenz ist leichter mit einer solchen Arroganz zu führen als
eine Basis mit Wettbewerb in unmittelbarer Nähe. Dieser Basis fehlt das
Fingerspitzengefühl beim Umgang mit zahlenden Gästen. Nach ein paar Jahren
Berufserfahrung sollte es allerdings auch dieser Basenleitung gelingen ihre Gäste zu
befriedigen.
Die Tauchplätze rund um Kandooma im Süd Male Atoll zählen mit Sicherheit zu den besten die man hier bekommen kann. Leider machte uns das Wetter teilweise einen Strich durch die Rechnung, so das wir einige besondere Tauchspots an den entfernteren Außenriffen nicht besuchen konnten. Super Strömungstauchgänge sind aber auch in unmittelbarer Umgebung von Kandooma möglich. Haie, Delphine und Schildkröten sind garantiert in großer Zahl zu sehen.
Bernd H.Gerhards